Informations-Portal zur politischen Bildung

Der Onlinekatalog der Zentralen

*** Willkommen bei unserem Adventskalender! ***

Hinter jeder Kugel unseres musikalischen Adventskalenders verbirgt sich ein anderer politischer Song. Von jedem Song werden zunächst nur ein paar Liedzeilen veröffentlicht, anhand derer es dann zu erraten gilt:

- Wie lautet der Songtitel?
- Wer hat ihn
gesungen?
- In welchem Jahr ist er erschienen?

Viel Spaß beim Mitraten!

SONG 23

Song 23

> Auflösung



ZEIT FÜR GUTES aus dem Jahr 2016 von SPORTFREUNDE STILLER

Es ist Zeit, sich mit der Zeit zu befassen
Das Stimmunsbaometer steigen lassen
In Gelassenheit die Dinge überblicken
Wer will hier nicht zustimmend nicken?
Wie wär's, mit Liebe aufzuschichten
Die Kaputten aufzurichten
Macht die Kranken gesund
Küsst sie sanft auf den Mund
Macht aus blass wieder bunt

Es ist Zeit
Zeit für Gutes (alle jetzt her)
Neues Knie für Onkel Pi
Leute, tut es
Es ist Zeit
Zeit für Gutes (alle jetzt her)
Im besten Falle
Alles für alle
Leute, Leute, tut es

Ich bekomme große Lust, mehr quer zu denken
Mich auch mal für andre herzuschenken
Ich schaff' mich wie die Kleine
Macht die Leinen los
Die Reise, die Reise wird groß

Es ist Zeit (a-ah)
Zeit für Gutes (alle jetzt her)
Neues Knie für Onkel Pi
Leute, tut es
Es ist Zeit (a-ah)
Zeit für Gutes (alle jetzt her)
Im besten Falle
Alles für alle
Leute, Leute, tut es

Wir brauchen Globuli gegen Größenwahn
Geburtstagssong von Angus Young
Uhlmann Romane permanent
Und Tante Käthe for President

Es ist Zeit (a-ah)
Zeit für Gutes (alle jetzt her)
Neues Knie für Onkel Pi
Leute, tut es
Es ist Zeit (a-ah)
Zeit für Gutes (alle jetzt her)
Im besten Falle
Alles für alle
Leute, Leute, tut es

 

ZUR ENTSTEHUNG

Der Song "Zeit für Gutes" der deutschen Indie-Rock-Gruppe "Sportfreunde Stiller" ist auf dem Album "Sturm und Stille" erschienen. Bekannt geworden ist die Band durch Songs wie "Wellenreiten 54", "Applaus, Applaus" und den zur Fußball-Weltmeisterschaft komponierten Song "54, ’74, ’90, 2006".

Peter Brugger und Florian Weber 2016 im Interview mit dem Tagesspiegel:

Mit ihrem aktuellen Album „Sturm & Stille“ wollen Sie ein Zeichen für „Optimismus, Wagemut und Verbundenheit“ setzen. Mangelt es daran derzeit?

Brugger: Das glaube ich schon. Wir machen das aber nicht wirklich bewusst. Es ist eher so, dass wir immer wieder feststellen, dass wir in unseren Liedern, auch wenn es um negative Dinge geht, nach einer positiven Wendung streben. Wir haben das Verlangen, dass jeder unserer Songs ein Happy End hat. Es ist trotz der vielen krassen Sachen, die gerade passieren, die einem Angst machen, wichtig, positiv zu bleiben.

Das fällt nicht allen leicht ...

Brugger: Durch die Nachrichten bekommt man ja auch das Gefühl, dass es nur noch negative Neuigkeiten gibt. Aber wir müssen als Menschen gut miteinander auskommen, kommunizieren und vor allem die Menschen bei uns aufnehmen, denen es anderswo scheiße geht. Wenn man die Wahl hat, Dinge positiv oder negativ zu betrachten, würde ich immer die positive Variante wählen.

Quelle: Laura Bähr, Tagesspiegel, 14.12.2016

Peter Brugger 2017 im Interview mit der Mittelbayerischen Zeitung:

Kann Rockmusik heute überhaupt noch etwas verändern?

Brugger: Musik spricht so viele Menschen an. Wenn sie verbunden ist mit einer Message oder einer Haltung, die ein Künstler glaubhaft lebt, dann kann sie auf jeden Fall etwas verändern.

Sollte man als Künstler auf aktuelle politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Ereignisse reagieren?

Brugger:
Man muss nicht, aber wenn die Ereignisse einen Einfluss auf das eigene Leben haben, dann fließen sie automatisch mit ein in die Musik. Das ist passiert bei „Viel zu schön“ oder bei „Zwischen den Welten“, das direkt nach den Anschlägen von Paris entstanden ist. Wir haben festgestellt, dass dieser Schlag da draußen bei uns etwas verändert und uns bewegt hat.

Ist die Wirkung der Kunst stärker als die der Politik?


Brugger: Politik hat für mich, der keinen tiefen Einblick in politische Diskussionen hat, sehr viel mit Macht- und Egogehabe zu tun, gerade in autokratischen Systemen. Mir ist es schleierhaft, wie ein Erdogan oder ein Putin in dieser Welt möglich sind. So was tut mir einfach weh. Musik hat für mich etwas Göttliches, Politik dagegen ist von Menschen gemacht aus Beweggründen, die teilweise nicht gut sind. Ich möchte nicht alle Politiker über einen Kamm scheren, aber um nach oben zu kommen, ist viel Ellbogenmentalität und Anpassung nötig. Dabei geht viel Gutes verloren.

Quelle: Olaf Neumann, Mittelbayerische, 27.4.2017